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Fragen und Antworten

Hier beantworten wir häufig gestellte Fragen zur Bewerbung und Einstellung in den Polizeivollzugsdienst des Landes Hessen.

Du hast darüber hinaus noch Fragen? Dann wende Dich bitte an die Einstellungsberatung!

1.1  Für welche Einstellungstermine sind Bewerbungen möglich?
Bewerbungen sind jeweils für die Einstellungstermine Februar und September eines jeden Jahres möglich.
   
1.2 Kann ich mich in Hessen online auf einen Studienplatz bewerben?
Seit Beginn des Jahres 2016 besteht die Möglichkeit, sich über das "Online-Bewerbungsportal" der Polizei Hessen auf einen Studienplatz zu bewerben. 
   
1.3  Ist ein Gespräch bei der Einstellungsberatung vor meiner Bewerbung wichtig?
Die Einstellungsberaterinnen und Einstellungsberater in Hessen stehen Dir bei allen Fragen rund um den Polizeiberuf (vom Auswahlverfahren bis zur Einstellung und dem Studium) als kompetente Ansprechpartnerinnen und -partner beratend zur Seite. Wir empfehlen, vor Teilnahme am Eignungsauswahlverfahren persönlich oder telefonisch eine Einstellungsberatung zu kontaktieren.

Deine nächste Ansprechstelle findest Du auf der Seite Polizei Hessen - Karriere - Einstellungsberatung. Klicke dort bitte auf die für Dich zuständige Dienststelle (außerhessische Bewerberinnen und Bewerber wenden sich bitte an die für sie am günstigsten gelegene Einstellungsberatung).

Die Einstellungsberatung ist ein Angebot – keine Verpflichtung. Ggf. können Beratungen auch telefonisch erfolgen.
   
1.4  Wann erfolgt die Einladung zum Eignungsauswahlverfahren (EAV)?
Die EAV für den Einstellungstermin September werden in der Regel von Januar bis Ende Juni / Anfang Juli durchgeführt; die EAV für den Einstellungstermin Februar von August bis Dezember.

Die Einladung zu den einzelnen EAV orientiert sich grundsätzlich an der Reihenfolge der Bewerbungseingänge und wird – sofern die für das EAV benötigten Bewerbungsunterlagen vorliegen – etwa 4 bis 6 Wochen vor dem konkreten Termin verschickt.

Auf Wunsch / nach Absprache kann eine Einladung auch kurzfristiger oder aber sehr frühzeitig (z.B. bei geplantem Auslandsaufenthalt) erfolgen.
   
1.5  Wie oft kann ich den Termin für das Eignungsauswahlverfahren (EAV) verschieben? Wie verbindlich ist meine Zusage zur Teilnahme am EAV?
Die EAV-Plätze sind leider zahlenmäßig begrenzt und gleichzeitig stark nachgefragt. Eine gewisse Verbindlichkeit in der Terminwahrnehmung ist daher im Interesse aller BewerberInnen (es wird ja auch zu Recht erwartet, dass das EAV stattfindet).
Wer also unentschuldigt einem EAV-Termin fernbleibt, hat keinen Anspruch auf einen weiteren EAV-Platz für den gleichen Einstellungstermin.
Sofern ein ernsthaftes Interesse besteht, bekommt man dann erst wieder für den nächsten Einstellungstermin eine Einladung.

Vor diesem Hintergrund wird mit dem Einladungsschreiben zum EAV ein Antwortformular verschickt, das ausgefüllt dem Eignungsauswahlzentrum zurückgesandt werden muss (sehr gerne per E-Mail).

Damit kann man den zugewiesenen EAV-Termin entweder verbindlich bestätigen oder einmalig um eine Terminverschiebung bitten.

Sollte ein verbindlich vereinbarter Termin aus schwerwiegenden Gründen (z.B. Krankheit) kurzfristig abgesagt werden müssen, ist das Eignungsauswahlzentrum schnellstmöglich zu informieren und zur Vereinbarung eines Ausweichtermins ein entsprechender Nachweis (z.B. ärztliches Attest) nachzureichen.

Wenn man um eine Terminverschiebung bittet, kann man einen Zeitraum angeben, in welchem Monat der nächste EAV-Termin liegen sollte.
   
1.6  Kann ich auch direkt bei der Kriminalpolizei eingestellt werden?
Die Einstellung in die hessische Polizei erfolgt grundsätzlich in die Schutzpolizei. Darüber hinaus stehen wenige Studienplätze für einen Direkteinstieg in die kriminalpolizeiliche Laufbahn zur Verfügung.

Von denjenigen Bewerberinnen und Bewerbern, die für die hessische Polizei generell geeignet sind und eingestellt werden können, kann abhängig vom Bedarf eine gewisse Anzahl direkt in die Laufbahn der Kriminalpolizei eingestellt werden.

Für den Studiengang Kriminalpolizei werden in der Regel Klassen an mehreren der vier Studienorte eingerichtet.

Um frühzeitig eine bessere Planbarkeit zu erreichen, wird durch das Eignungsauswahlzentrum nach bestandenem EAV die Interessenlage bei denjenigen abgefragt, die mit Ihrem erzielten Testergebnis ggf. zwischen den Studiengängen Kriminal- und Schutzpolizei wählen können. Ob das Ergebnis tatsächlich ausreichen wird, steht erst nach Abschluss der EAV-Phase fest.

Dementsprechend ist eine Bewerbung für die hessische Polizei insgesamt ausreichend, eine spezielle Bewerbung für die Kriminalpolizei ist nicht möglich.

Wir empfehlen, sich schon frühzeitig damit auseinanderzusetzen, welchen Weg man einschlagen möchte und hierzu Informationen aus unterschiedlichen Quellen heranzuziehen. Weniger gute Quellen sind Film und Fernsehen; hilfreiche Quellen sind Angehörige der Polizei im Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis sowie unsere Einstellungsberatungen.
   
1.7 Kann ich mich als Ausländer/in bewerben?
Für EU-BürgerInnen gelten die gleichen Voraussetzungen wie für Deutsche. BewerberInnen aus Nicht-EU-Staaten müssen im Besitz einer gültigen Niederlassungserlaubnis sein, mindestens fünf Jahre in Deutschland gelebt haben und die Muttersprache in Wort beherrschen. Ergänzend zu einem bestandenen EAV wird bezüglich der Muttersprache noch ein Sprachtest durchgeführt.
   
1.8 Wie wird mein ausländischer Schulabschluss bewertet?
Eine im Ausland erworbene Fachhochschulberechtigung wird stets einer Einzelfallprüfung unterzogen.

Hierzu ist die Anerkennung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst erforderlich. Der Anerkennungsbescheid ist gebührenpflichtig. Daher ist es möglich, die Anerkennung erst nach dem bestandenen Eignungsauswahlverfahren zu beantragen (vorher ist man allerdings auf der sicheren Seite!).

Nähere Informationen hierzu sind auf der Internetseite des HMWK zu finden.
   
1.9 Ab wann kann ich mich bewerben?
Bewerbungen sind bereits ab der Qualifikationsphase Q 1 möglich (bei G 8: 11. Klasse, bei G 9: 12. Klasse).
   
1.10 BewerberInnen ohne Abitur oder Fachhochschulreife
BewerberInnen mit mittlerem Bildungsabschluss können am EAV teilnehmen. Sie müssen jedoch die Absicht erklären, vor Einstellung in den gehobenen Polizeivollzugsdienst die Hochschulzugangsberechtigung zu erwerben. Mehr dazu
   
1.11  Was müssen BewerberInnen bezüglich der Fachhochschulzugangsberechtigung beachten?
Die Fachhochschulreife muss vorliegen, um das Studium für den gehobenen Polizeivollzugsdienst des Landes Hessen beginnen zu können (Bachelorstudiengang).

Fachhochschulreife ist nicht gleich Fachhochschulreife!
Hier gibt es länderspezifische Regelungen und ggf. Einschränkungen, die aber ausdrücklich aus dem Kleingedruckten im Zeugnis ersichtlich sind. Daraus kann sich ergeben, dass die Zugangsberechtigung im Einzelfall auf bestimmte Studiengänge oder Bundesländer beschränkt ist. Um Enttäuschungen zu vermeiden, prüfen Sie daher Ihr Zeugnis genau und fragen im Zweifel bei Ihrer Schule nach.

Die Fachhochschulreife umfasst einen schulischen und einen fachpraktischen Teil!

Somit muss auch der fachpraktische Teil vor dem Start des Polizeistudiums vorliegen (dieser kann also nicht erst im Rahmen des Studiums erlangt werden!).

Bei hessischen Schülerinnen und Schülern muss das Zeugnis der Fachhochschulreife die Schule ausstellen, die den schulischen Teil der Fachhochschulreife bescheinigt hat. Hierzu ist der Praktikumsnachweis vorzulegen.

Bei außerhessischen Schülerinnen und Schülern kann die Verfahrensweise aufgrund landesspezifischer Regelungen abweichen, so dass von dort ggf. kein Zeugnis ausgestellt wird. In diesem Fall müssen die Nachweise beim staatlichen Schulamt in Darmstadt vorgelegt und für ein Studium an Fachhochschulen in Hessen (wie auch die Hessische Hochschule für Polizei und Verwaltung) anerkannt werden.
Um Enttäuschungen und Verzögerungen zu vermeiden, klären Sie bitte im Vorfeld, ob Art und Dauer ihres Praktikums für eine Anerkennung in Hessen ausreichend sind.
Was passiert wann nach meiner Bewerbung?
Das Eignungsauswahlzentrum erhält pro Jahr mehrere Tausend Bewerbungen, so dass wir grundsätzlich bitten, von Sachstandsanfragen abzusehen (diesen Hinweis kennen viele im Zusammenhang mit der Steuererklärung).

Die Bewerbungsbearbeitung bzw. das Bewerbungsverfahren erfolgt in mehreren Schritten. Bewerberinnen und Bewerber können sich daher an folgenden zentralen Meilensteinen (und der Checkliste in den Bewerbungsunterlagen) orientieren:

2.1  Nach Eingang der Bewerbungsunterlagen erhält man eine Eingangsbestätigung.
2.2 Ist die Überprüfung der Bewerbungsunterlagen vorerst abgeschlossen und steht der Teilnahme am Eignungsauswahlverfahren (EAV) nichts entgegen, erhält man einen Zwischenbescheid.
Es besteht kein Grund zur Sorge, wenn man nach diesem Zwischenbescheid (bis zur Einladung zum EAV) einige Zeit nichts vom Eignungsauswahlzentrum hört!
2.3 Die Einladung zum konkreten EAV-Termin orientiert sich grundsätzlich an der Reihenfolge der Bewerbungseingänge und wird etwa 4-6 Wochen vor dem Termin verschickt.
2.4 Nach dem bestandenen EAV erfolgt ggf. die Interessenabfrage bezüglich des Studiengangs (S oder K). (siehe hierzu auch „Kann ich auch direkt bei der Kriminalpolizei eingestellt werden?“)

Wir empfehlen, sich schon frühzeitig damit auseinanderzusetzen, welchen Weg man einschlagen möchte und hierzu Informationen aus unterschiedlichen Quellen heranzuziehen. Weniger gute Quellen sind Film und Fernsehen; hilfreiche Quellen sind Angehörige der Polizei im Familien, Freundes- und Bekanntenkreis sowie unsere Einstellungsberatungen.

2.5  Nach einem bestandenen EAV und festgestellter Tauglichkeit wird in Abhängigkeit vom erreichten Punktwert (und dem daraus resultierenden Platz auf der Rangfolgeliste) die schriftliche Einstellungszusage verschickt. In der Regel erfolgt in diesem Zusammenhang auch die Zuweisung zu einem Studienort.
2.6 Wer eine schriftliche Einstellungszusage erhalten hat, wird zeitnah per E-Mail eingeladen, einer geschlossenen Facebookgruppe für diesen Einstellungstermin beizutreten. Der Beitritt ist selbstverständlich freiwillig!

Hier hat man die Möglichkeit, schon frühzeitig Kontakte mit zukünftigen Kolleginnen und Kollegen zu knüpfen, Fahr- oder Wohngemeinschaften zu organisieren und auch die eine oder andere auftretende Frage zu klären.

2.7 Der schriftlichen Einstellungszusage ist eine persönliche Erklärung beigelegt, ob man den Dienst am Einstellungstag antritt oder nicht (was wir nicht hoffen, aber wenn, dann gerne mit kurzer Begründung). Diese persönliche Erklärung sowie alle für die Einstellung erforderlichen Unterlagen (siehe Checkliste in den Bewerbungsunterlagen unter dem Punkt „Nach EAV“) muss dem Eignungsauswahlzentrum spätestens bis zu einem gewissen Stichtag vorliegen. Der jeweils gültige Stichtag ergibt sich aus der Einstellungszusage.

Die Einstellung sowie die Studienort- und Laufbahnzuweisung zum angestrebten Einstellungstermin können nicht garantiert werden, wenn die erforderlichen Unterlagen und die persönliche Erklärung nicht rechtzeitig vorliegen! Daher bitte unbedingt mit dem Eignungsauswahlzentrum in Verbindung setzen, wenn es bezüglich des Stichtags ein Problem geben sollte (z.B. Abiturzeugnis wird erst später ausgehändigt)!

2.8  Liegen dem Eignungsauswahlzentrum alle erforderlichen Unterlagen vor und werden sämtliche Einstellungsvoraussetzungen seitens der Bewerberin bzw. des Bewerbers erfüllt, wird die Einberufung zum Dienstantritt als Polizei- oder Kriminalkommissaranwärterin oder -anwärter am Einstellungstag verschickt. In diesem Schreiben finden sich alle wichtigen Informationen rund um den Einstellungstag. Es stellt gleichzeitig die Eintrittskarte für die Begrüßungsveranstaltung an den vier Studienorten dar.

...und dann geht das Studium auch schon direkt los!
3.1   Gibt es Ausnahmen beim Höchstalter?
Beim Höchstalter (32 Jahre am Tag der Einstellung) gibt es eine Ausnahme für Zeitsoldatinnen und -soldaten mit zwölfjähriger Verpflichtung. Sie können sich im Rahmen der Berufsförderung bis zu 24 Monate vor und 6 Monate nach Beendigung des Wehrdienstverhältnisses bewerben. Eine weitere Ausnahme kann sich aufgrund von geleisteten Erziehungs- oder Pflegezeiten ergeben (§ 13 Abs. 2 HPolLVO).
   
3.2 

Was bedeutet Polizeidiensttauglichkeit?
Der Polizeivollzugsdienst stellt besondere Anforderungen an die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit.

Nachfolgend sind -in nicht abschließender Aufzählung- einige Gründe aufgelistet, die in aller Regel eine Polizeidiensttauglichkeit ausschließen:

Ausschlussgründe:
In vier Rubriken unterteilt findest Du nachstehend – in nicht abschließender Aufzählung! – einige Gründe¹, die in aller Regel eine Polizeidiensttauglichkeit ausschließen. Bitte nicht von der Vielzahl der medizinischen Fachbegriffe irritieren lassen. Solltest Du von einem oder mehreren der aufgeführten Gründe betroffen sein, dürfte Dir der entsprechende Fachbegriff geläufig sein.

Als Ausschlussgründe für eine Polizeidiensttauglichkeit kommen prinzipiell alle vorliegenden oder ihrer Natur nach nicht heilbaren, eventuell auch nur schubweise auftretenden Gesundheitsstörungen in Betracht, die der Ausübung des Amtes, des unmittelbaren Zwangs auch unter Führung der Dienstwaffe, dem körperlichen Einsatz gegen Personen, ausreichendem Selbstschutz und Außen- und (Wechsel-)Schichtdienst entgegenstehen.

Die Ausschlussgründe werden vorliegend in folgende Rubriken unterteilt:

  1. unzureichende gesundheitliche körperliche Leistungs-/Belastungsfähigkeit,
  2. erhöhte gesundheitliche Verletzbarkeit,
  3. Risiko für Bewusstseinsstörungen, erhebliche Stimmungs- oder Konzentrationsschwankungen,
  4. unzureichend stabiler seelischer Gesundheitszustand bzw. unzureichende psychische Leistungsfähigkeit.

Zu Nr. 1

unzureichende gesundheitliche körperliche Leistungs-/Belastungsfähigkeit, z. B. durch

  1. Stoffwechsel-, Autoimmun-, Bluterkrankungen oder in Folge von deren Behandlung, z. B. Blutzuckererkrankung (Diabetes mellitus), behandlungspflichtige Schilddrüsenkrankheiten oder Hormonstörungen, Blutarmut (Anaemie),
  2. Erkrankungen der Atemwege:
    allergisches oder Anstrengungs-Bronchialasthma, hyperreagibles Bronchialsystem,
  3. herabgesetzte Funktionalität oder Belastbarkeit von Wirbelsäule, Gelenken oder anderen Anteilen des Bewegungsapparates bei:
    • (auch neurologisch bedingtem oder ungeklärtem) Zittern (Tremor),
      - Bandscheibenvorfall, Zustand nach Bandscheibenoperation,
    • Bandscheibenvorfall, Zustand nach Bandscheibenoperation,
    • relevanter Gefügestörung, z. B. Wirbelgleiten (Spondylolisthese),
    • ungenügend stabilen Skelettanteilen, ungenügend stabilem Gelenk mit Verrenkungsgefahr: nach habitueller Gelenkluxation (Kniescheibenausrenkung bei -fehlform), bei fehlendem oder defektem vorderen Kreuzband,
  4. aktuelle oder frühere Medikamentenwirkung: nach/bei cytostatischer, radioonkologischer, immunsuppressiver oder hormoneller Behandlung,
  5. naturgemäß unheilbare Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa) oder bei häufig auftretenden Durchfällen,
  6. chronische Erkrankungen der Leber, Bauchspeicheldrüse, Nieren, innerer Organe (Hepatitis B, C und andere Formen, Pancreatitis),
  7. unzureichende Leistungsfähigkeit der Herz-/Kreislauforgane, z. B.
    • bei Herzrhythmus-, Reizleitungsstörungen,
    • nach angio- oder cardiologischer Operation,
    • bei Herzrhythmus-, Reizleitungsstörungen,
    • bei Bluthochdruck, bei Kreislaufregulationsstörungen,
    • im Belastungs-EKG (entsprechend den arbeitsmedizinischen Grundsätzen),
    • in Verbindung mit Übergewicht.

Zu Nr. 2

erhöhte gesundheitliche Verletzbarkeit, z. B. durch

  • relevante Funktionsstörungen an folgenden Sinnesorganen:
    • Augen: Minderung des Sehvermögens, des räumlichen Sehens, bei Gesichtsfeldausfällen, bei Farbsinnschwäche (diesbezüglich unbedingt die näheren Hinweise zum Sinnesorgan Augen in den Bewerbungsunterlagen beachten!)
    • Ohren: Minderung des Hörvermögens, des Sprachverständnisses auch bereits eines Ohres, nach/bei Hörsturz oder Tinnitus, bei Trommelfelldefekt,
    • Geruchssinn
    Die Umstände des Polizeivollzugsdienstes fordern – allein bereits zum Eigenschutz – ein Mindestmaß oben angesprochener Sinnesfunktionen, das auch ohne Hilfsmittel (Sehhilfen, Hörgerät, Cochlea-Implantat) gewährleistet sein muss!
  • durch Implantate (einige Osteosynthese-Materialien), bei Ersatz von Körperteilen (z. B. an Gelenken, Intraocularlinse),
  • bei erhöhtem Risiko für Blutgerinnselbildung (Thromboseneigung/Thrombophilie) oder Blutung, z. B. durch Gerinnungsleiden oder Medikamentenwirkung,
  • bei verminderten gesundheitlichen Abwehrkräften, die Risiko für Dienst unter den unterschiedlichen Witterungsbedingungen und bei Kontakt auch zu unbekannten, möglicherweise infektiösen Personen darstellen
    (Immunsuppression durch Medikamente, Bestrahlung u.a.),
  • bei Vorliegen nur einer Niere (Dialysepflicht bei deren Verletzung!),
  • für psychische Verletzungen, z. B. nach bereits erlittenem Psychotrauma, nach bereits erlittener posttraumatischer Belastungsstörung u. ä.

Zu Nr. 3

Risiko für Bewusstseinsstörungen, erhebliche Stimmungs- oder Konzentrationsschwankungen, z. B.

  1. bei Stoffwechsel- (Blutzuckererkrankung – Diabetes mellitus), Autoimmun-, psychischen Erkrankungen,
  2. bei neurologischen Leiden (Anfallsleiden/Epilepsie, Krampfbereitschaft, Absencen),
  3. in Folge von Medikamenteneinnahme oder Sucht(mitteleinnahme).

Zu Nr. 4

unzureichend stabiler seelischer Gesundheitszustand bzw. unzureichende psychische Leistungsfähigkeit, z. B.

  1. durch nicht ausschließbare Eigen- oder Fremdgefährdung (nach autoaggressivem Verhalten, bei Sucht),
  2. durch psychische Instabilität (ADHS, psychosomatische, Ess- oder Angststörung, Suchterkrankung),
  3. durch naturgemäß unheilbare psychische Krankheiten (aufgetretene endogene „Depression“, Psychose, Borderline-Störung),
  4. durch Persönlichkeitsstörung,
  5. durch aktuelle oder frühere Medikamenten-/Suchtmitteleinnahme.
Zu beachten ist, dass eine nicht unbeachtliche Anzahl psychischer Leiden definitionsgemäß nicht „ausheilen“ kann, da diese mit schubweisen Verläufen – mitunter auch in großen zeitlichen Abständen – behaftet sind, somit dauerhaft fortbestehen (z. B. Depression, Suchterkrankung auch in der zeitweiligen Rückbildung/„Remission“).

Sofern Ihre medizinische Vorgeschichte noch Fragen offen lässt, ist damit zu rechnen, dass Sie gebeten werden, medizinische Unterlagen auf eigene Kosten nachzureichen und/oder sich ergänzend in einem separaten weiteren Termin beim Polizeiärztlichen Dienst befragen, ggf. untersuchen zu lassen.
   
3.3  Wann hat man Über- bzw. Untergewicht?
Übergewicht liegt grundsätzlich bei einem BMI (Body Mass Index) ab 27,5 und Untergewicht bei einem BMI von weniger als 18 vor. Der BMI errechnet sich mit folgender Formel: Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch Körpergröße in Meter zum Quadrat

Wer aufgrund intensiv betriebenem Kraftsport und daraus resultierender Muskelmasse den BMI übersteigt, sollte einen ärztlichen Nachweis zum Körperfettanteil und / oder eine Körperfettanalyse zusammen mit der Bewerbung einreichen, um Verzögerungen im Bewerbungsverfahren zu vermeiden.
   
3.4  Welche Anforderungen werden an die Sehkraft gestellt?
Die Anforderungen an die Sehkraft sind in der Polizeidienstvorschrift 300 (PDV 300) festgeschrieben. Zu diesem Aspekt erlaubt das Amt im Polizeivollzug keine Abstriche. Sind Anforderungen an Sinnesorgane nicht erfüllt, liegt Polizeidienstuntauglichkeit vor. Die Einstellung ist damit verhindert.

Falls in Hinblick auf Ihr Sehvermögen Unklarheiten bestehen, sollten Sie diese zunächst bei einem Augenarzt klären, sich ggf. dort untersuchen lassen.

Wir raten ausdrücklich davon ab, sich allein zur Erlangung eines Amtes medizinischen Eingriffen oder Operationen zu unterziehen, da trotz allen Fortschritts auch heutzutage häufige, hier: refraktionschirurgische Operationen („Laser-OP“) an den Augen unvermeidbar risikobehaftet bleiben. Solltest Du dich dennoch dazu entschließen, berücksichtige bitte Folgendes:
  • Wie auch nach anderen Operationen oder intensiveren Heilmaßnahmen setzt die Beurteilung der Polizeidiensttauglichkeit die „Heilungsbewährung“ voraus. Darunter ist der Ablauf der für die jeweilige Operation oder Maßnahme typischen Zeitphase zu verstehen, in der noch Komplikationen zu befürchten sind. (Z. B. nach Ersatzplastik des vorderen Kreuzbandes in einem Kniegelenk: 1 Jahr.)
  • Nach einer „Laser-OP“ am Auge wird der erreichte Zustand frühestens ½ Jahr nach dem Eingriff beurteilbar. Der polizeiärztliche Dienst stützt sich dann in der Regel auf eine detaillierte augenärztliche Befunderhebung (Ausschluss von Narben, von erhöhter Blendempfindlichkeit, Bestimmung der Resthornhautdicke). Diese wird von in die OP-Planung und OP-Durchführung nicht involvierten Augenärzten erwartet!
Kosten für augenärztliche Untersuchungen und Bescheinigungen mit Ziel der Bewerbung für den Polizeivollzugsdienst werden vom Land Hessen nicht übernommen!

Auszüge aus der Vorschrift für die ärztliche Beurteilung der Polizeidiensttauglichkeit (PDV 300):

  • „Untauglich machen Missbildungen, Defekte oder chronische oder zum Rückfall neigende Krankheiten des Augapfels, der Augenmuskeln, der Augenlider, der Tränenorgane, der Hornhaut (Hornhauttrübungen, sofern sie das Sehen behindern) und des inneren Auges, Schielen, Nystagmus, Augenmuskellähmungen.“
  • „Die zur Korrektur benötigten Gläser und deren Fassungen dürfen keine wesentliche Beeinträchtigung des Gesichtsfeldes bedingen.“
  • „Der Polizeivollzugsdienst erfordert ein gutes Farbunterscheidungsvermögen.“
Polizeidienstuntauglichkeit liegt u. a. vor bei
  • unkorrigierter Sehschärfe auf einem Auge von weniger als 0,5, wenn das 20. Lebensjahr noch nicht vollendet ist, von weniger als 0,3, wenn das 20. Lebensjahr vollendet ist,
  • korrigierter Sehschärfe unter 0,8 schon auf einem Auge, selbst bei einer Sehschärfe von 1,0 des anderen Auges.
  • Hyperopie in Zykloplegie über +2,5 dpt. sphärisch schon auf einem Auge,
  • unzureichendem räumlichen Sehen, herabgesetzter Dämmerungssehschärfe, erhöhter Blendempfindlichkeit, Gesichtsfeldeinschränkung schon auf einem Auge.
  • Brechungsanomalien oder Augenerkrankungen, die die Benutzung von Kontaktlinsen erfordern.
  • Farbsinnstörung
  • Deuteranopie, Protanopie
   
3.5  Meine Sehkraft genügt nicht den Anforderungen. Kann ich schon vor einer beabsichtigten Laseroperation am Eignungsauswahlverfahren teilnehmen?
Es kann frühestens ein halbes Jahr nach einer augenärztlichen Operation (Datum OP-Tag) eine Teilnahme am Eignungsauswahlverfahren (EAV) erfolgen. Lies hierzu bitte auch die ausführlichen Erläuterungen zur Frage, welche Anforderungen an die Sehkraft gestellt werden
   
3.6  Muss ich am Einstellungstag im Besitz der Fahrerlaubnis B sein?
Ja, am Tag der Einstellung muss die Fahrerlaubnis Klasse B (für Schaltgetriebe!) vorliegen.
   
3.7  Hindert ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren eine Einstellung?
Eine Teilnahme am EAV bzw. eine Einstellung kann nicht erfolgen, solange das strafrechtliche Ermittlungsverfahren noch nicht rechtskräftig abgeschlossen ist. Ansonsten wird regelmäßig die Verfahrensakte angefordert und ausgewertet. Hierbei wird geprüft, ob die Bewerberin oder der Bewerber charakterlich bzw. persönlich geeignet erscheint. Dabei werden u. a. folgende Details hinterfragt:
  • Art und Schwere des Vorkommnisses
  • Gesamtwürdigung der Tatumstände Rechtsfolgen (Hinweis: auch bei eingestellten Verfahren können sich Zweifel an der Eignung ergeben)
  • Alter zur Tatzeit (Jugendverfehlung?)
  • Bewährungszeit nach dem letzten Verfahren
Es wird empfohlen, die eigene Geeignetheit für den gehobenen Polizeivollzugsdienst vor einer Bewerbung selbstkritisch zu hinterfragen.
Anzumerken ist, dass sich Zweifel an der charakterlichen Eignung auch daraus ergeben können, dass im Bewerbungsbogen keine oder unvollständige Angaben zu strafrechtlichen Ermittlungsverfahren gemacht werden. Beim Ausfüllen des Bewerbungsbogens ist daher unbedingt darauf zu achten, dass sämtliche strafrechtlichen Ermittlungsverfahren angegeben werden, die aktuell oder in der Vergangenheit gegen einen selbst geführt werden/wurden. Dies gilt unabhängig vom Verfahrensausgang oder dem Delikt (beispielsweise auch bei Verfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung im Zusammenhang mit einem Verkehrsunfall). 
   
3.8  Kann ich mit einer Tätowierung bei der Polizei eingestellt werden?
Eine Tätowierung wird zunächst darauf überprüft, ob das Motiv mit dem Polizeivollzugsdienst vereinbar ist. Es darf nicht gegen die Grundsätze der freiheitlich demokratischen Grundordnung verstoßen und weder sexuelle, diskriminierende oder gewaltverherrlichende Motive darstellen. Tätowierungen dürfen im Dienstbetrieb (Innen- und Außendienst) nicht sichtbar sein (eine Unterscheidung zwischen Schutz- und Kriminalpolizei erfolgt nicht).
Tätowierungen, die bei Tragen der Uniform mit Kurzarmhemd sichtbar sind, müssen mit Beginn des Studiums im Dienst durch entsprechende Uniformkleidungsstücke bzw. Langarmkleidungsstücke oder im Einzelfall durch andere geeignete Abdeckmöglichkeiten abgedeckt werden – mit Wirkung für die gesamte dienstliche Laufbahn. Hierdurch können ggf. Einschränkungen bei der Verwendung entstehen. Alternativ können die Tätowierungen im sichtbaren Bereich auf freiwilliger Basis entfernt werden. Eine Ausnahme kann bei besonders kleinen Tätowierungen nach einer Einzelfallprüfung gemacht werden. 
   
3.9  Welche Anforderungen gibt es hinsichtlich der Körpergröße?
Die Mindestgröße liegt bei 160 cm; die Körperlänge darf maximal 205 cm betragen.
4.1   Wie lange dauert das EAV?
Das EAV wird grundsätzlich an zwei aufeinander folgenden Wochentagen durchgeführt. Am ersten Tag wird die Geeignetheit (Computer- und Sporttest, Gruppenaufgabe und Einzelinterview), am zweiten Tag die Tauglichkeit (polizeiärztliche Untersuchung) geprüft.
   
4.2  Wie bereite ich mich auf das EAV vor?
Zur Vorbereitung des schriftlichen Prüfungsteils gibt es im Buchhandel und Internet Berufsauswahltests. Weitere wertvolle Hinweise und beispielhafte Literaturempfehlungen entnehmen Sie bitte unserer Website „Psychologisches Testverfahren, Einzelinterview und Gruppenaufgabe“ bei der hessischen Polizei.

Insbesondere die EinstellungsberaterInnen können Ihnen wertvolle Tipps und Anregungen geben.
   
4.3  Wie kann ich mich auf die Sportprüfung vorbereiten?
Auf die Sportprüfung kann man sich gut vorbereiten. Es ist wichtig, frühzeitig mit dem Training zu beginnen.

Auf der Website sind die einzelnen Disziplinen des Sporttests detailliert beschrieben und sogar in einem Videoclip anschaulich dargestellt.
   
4.4  Besteht für mich während der Teilnahme an einem EAV bei der hessischen Polizei Versicherungsschutz?
Für die Teilnahme an einem Eignungsauswahlverfahren bei der hessischen Polizei besteht kein gesetzlicher Unfallversicherungsschutz über das Land Hessen. Sollte eine Teilnehmerin oder ein Teilnehmer einen Unfall erleiden, so ist dafür die jeweilige Krankenkasse zuständig.
   
4.5  Kann ich ein nicht bestandenes EAV wiederholen?
Ein erfolglos durchlaufenes EAV kann einmal wiederholt werden.

Bei der Wiederholung innerhalb eines Jahres wird das EAV ab dem Testteil gestartet, der im ersten Versuch nicht bestanden wurde. Bei der Wiederholung zu einem späteren Zeitpunkt ist das EAV in Gänze zu durchlaufen.
   
4.6  Wann erfahre ich, ob ich das EAV bestanden habe?
Bereits am Ende des ersten Tages des EAV erhälst Du eine Rückmeldung über Dein Ergebnis, d.h. darüber, ob Du für die hessische Polizei geeignet bist.
Bei einem erfolgreichen EAV mit einer besonders hohen Punktzahl erhälst Du noch am selben Tag eine vorbehaltliche mündliche Einstellungszusage. Ansonsten wirst Du mit Deinem Ergebnis in der Rangfolgeliste erfasst. Die Reihenfolge ergibt sich grundsätzlich aus der im EAV erreichten Punktzahl.
Nach dem zweiten Tag des EAV erhälst Du darüber hinaus eine Aussage zum Untersuchungsergebnis, d.h. darüber, ob Du polizeidiensttauglich bist bzw. welche Bedingungen noch erfüllt werden müssen, damit die Polizeidiensttauglichkeit noch erlangt werden kann.
   
4.7  Wann erhalte ich eine schriftliche Einstellungszusage?
Grundsätzlich werden schriftliche Einstellungszusagen nach einem bestandenen EAV und festgestellter Tauglichkeit nach der Rangfolgeliste vergeben.
5.1   An welchen Orten wird bei der hessischen Polizei studiert?
Studiert wird in Wiesbaden, Gießen, Kassel oder Mühlheim am Main. Dein Wunsch wird soweit möglich berücksichtigt.
   
5.2  Wo werden die fachpraktischen Studienabschnitte (Praktika) durchgeführt?
Das Praktikum bei der Schutz- bzw. Kriminalpolizei wird in einem der sieben Flächenpräsidien durchgeführt. Die Trainings (Grundlagentraining / Training Ermittlungsverfahren / Training geschlossener Einheiten) finden bei der Bereitschaftspolizei in Lich, Kassel, Mühlheim oder Mainz-Kastel statt.

In diesem Kontext ist Mobilität erforderlich, denn nicht jede Praktikumsdienststelle ist gut mit ÖPNV zu erreichen!
   
5.3  Entstehen mir bei Abbruch des Studiums Kosten?
Wird das Studium ab dem 4. Monat aus eigenem Entschluss abgebrochen, wird ein Teil der erhaltenen Anwärterbezüge zurückgefordert (aktuell ca. € 510,- für jeden gezahlten Monat). Gleiches gilt bei einer Entlassung auf eigenen Antrag nach dem Studium (bis zu fünf Jahre danach, wobei sich die Summe der Rückforderung jährlich um ein Fünftel reduziert).
   
5.4  Wie sind die Möglichkeiten und Grenzen der Religionsausübung?
Gem. § 45 Hessisches Beamtengesetz (HBG) haben sich die BeamtInnen im Dienst politisch, weltanschaulich und religiös neutral zu verhalten. Hierzu gehört auch das Tragen eines religiös begründeten Kleidungsstückes (z. B. einer Kopfbedeckung [Kopftuch, Turban, etc.]), das im Widerspruch zu der gesetzlich geforderten Neutralitätspflicht des § 45 HBG steht und daher während des Dienstes nicht gestattet ist. Dies betrifft sowohl Uniform tragende PolizeibeamtInnen als auch KriminalbeamtInnen, die in ziviler Kleidung ihren Dienst versehen. Gleiches gilt im Übrigen für das Tragen von Kleidungsstücken (z.B. bedruckte T-Shirts), die politische oder weltanschauliche Positionen aufweisen.
6.1   Wie bin ich bei der Polizei krankenversichert?
Je nach Familienstand gewährt das Land Hessen eine Beihilfe von mindestens 50 Prozent. Für den Rest sind eine Krankenversicherung und zusätzlich eine Pflegeversicherung abzuschließen.
   
6.2  Bekomme ich meine Bewerbungskosten erstattet?
Nein, die mit Ihrer Bewerbung anfallenden Kosten werden nicht erstattet. Am Prüfungsort stehen in begrenztem Umfang Übernachtungsmöglichkeiten kostenfrei zur Verfügung. Für die Verpflegung an den Prüfungstagen musst Du selbst aufkommen.
   
6.3  Bei weiteren Fragen wende Dich bitte an die Hotline des Eignungsauswahlzentrums der Polizeiakademie Hessen unter 0611/9460 8080 oder an eine Einstellungsberatung der hessischen Polizei.
Abbildung: Polizei Band